Etikette

Gesellschaft und die Hierarchie

Der Klerus, Das Militär und der Adel

Es gibt zwei Ebenen der Hierarchie in Regnum Solis. Die erste und umfassendere Ebene besteht aus dem Klerus, dem Militär und den Adeligen. Diese drei Bereiche sind kaum voneinander zu unterscheiden und gehen fließend ineinander über. Da Regnum Solis eine Theokratie ist, ist beinahe jeder Adelstitel und jeder höhere Militärrang mit priesterlichen Weihen verbunden. Diese Personen sollten dasselbe Idealbild verkörpern: den Wohlstand ihrer Untergebenen über den eigenen zu stellen, bescheiden in den persönlichen Wünschen zu sein und ihrer Verantwortung dem Volk, dem Reich und dem Licht gegenüber gerecht zu werden.
Es gilt als unpassend, Reichtum und Wohlstand zur Schau zu stellen, da Häuser des Heils, Waisenhäuser und die Gemeinschaft des Lichts oder die Gemeinschaft der Sonne dieses Geld sicher sinnvoller für die Gesellschaft einsetzten können. Natürlich können Embleme, Abzeichen, u.ä. aus Edelmetall oder edelsteinbesetzt getragen werden. Es geht hierbei vor allem um die innere Einstellung. Sollte diese in Zweifel gezogen werden und die Kirche der Meinung sein, dass die Person die Ideale verrät, zieht das nicht selten den Verlust ihrer Stellung nach sich.

Die Handelsgilde

Die Handelsgilde umfasst fast das ganze Reich, vom niedersten Bauern bis zum reichsten Gildenmeister muss jeder Gewerbetreibende der Handelsgilde angehören. Sie gilt als zweite Hierarchie in Regnum Solis und während der Klerus, das Militär und der Adel sich um die Geschicke und die Sicherheit des Landes, sowie den Krieg gegen die Dunkelheit kümmern, prägt die Handelsgilde den Alltag der Bürger. Die Regeln in der Gilde sind bei weitem weniger streng als die der Kirche. Alles in allem ist die Handelsgilde ein Steuer- und Umverteilungsnetzwerk, das sowohl dafür sorgt, dass die Regierung ihre Steuern bekommt, als sich auch um das soziale Netz im Land kümmert. Händler tragen im Gegensatz zum Klerus oder Adel sehr gerne ihren Reichtum nach außen und schätzen auffallende Gewänder und teures Kleinod. Die Handelsgilde besteht aus diversen Handelshäusern, die dem Adel Untertan sind. So ergeben sich auf dieser Ebene oft Schnittstellen. Sehr hoch gestellte Händler, die viel mit Adeligen in Kontakt stehen, pflegen sich aus Respekt diesen und der Kirche gegenüber manchmal auch in hochwertige, aber schlichte Kleidung zu hüllen.

Soziale Stellung

Natürlich hat jedes höhere Haus eine Vielzahl an Bediensteten, jedoch in einer deutlich anderen Ausprägung als in anderen Welten. Mit Eintritt in das Erwachsenenalter zum 15. Geburtstag wird einem die nötige Eigenverantwortung zugesprochen, dies bedeutet auch, sich nachschenken zu können oder einfache Tätigkeiten eigenständig zu erledigen. Leibdiener, die selbst einfachste Aufgaben übernehmen, lassen einen Erwachsenen im Land gebrechlich oder faul wirken. Ein Diener würde nie auf die Idee kommen, einen leeren Becher nachzufüllen, da dies nicht seine Aufgabe ist und als Bevormundung gelten würde. Durchaus üblich wäre, dass der Hausherr oder Gastgeber die Position des Mundschenks übernimmt, hier begegnet er den Gästen jedoch auf Augenhöhe und macht mit dieser Geste lediglich deutlich, dass er seinen Besitz gerne teilt.

Ebenso ein Thema, das sich von anderen Welten unterscheiden kann, ist die Einstellung gegenüber vermeintlich niederer gestellten Bürgern. Es gilt als äußerst anmaßend und kurzsichtig, sich herablassend über Bedienstete oder Bauern zu stellen, da jedem im Land bewusst ist, dass die Verteidigung des Landes zwar dem Klerus und dem Militär obliegt, deren Ernährung jedoch den vielen Bauern im Land zu verdanken ist.

Verhalten am Tisch

Auch im Alltag spiegelt sich diese Einstellung (siehe soziale Stellung), sowohl im Brauch des zweiten Tisches (siehe Bräuche), als auch in der Tatsache wider, dass Verschwendung als höchst unhöflich gilt und ein Zeichen fehlender Erziehung und Etikette ist. Gerade bei Festen oder gesellschaftlichen Anlässen, bei denen die Speisen in vielen Töpfen und Gefäßen serviert werden, damit sich jeder selbst bedienen kann, ist es ein Zeichen schlechter Sitten, auf seinem Teller Essen übrig zu lassen. Deshalb ist es üblich, sich kleine Portionen zu holen, anstatt maßlos seinen Teller zu überhäufen.

Das Sitzen am Boden (beim Essen, o.ä.) ist durchaus üblich. Hierbei wird es jedoch als unhöflich betrachtet, anderen im Raum seine nackten Fußsohlen zu zeigen.

Eine feste Regel ist, dass der erste Schluck demjenigen gebührt, der das Getränk mitgebracht hat. Diese Geste soll demjenigen, dem das Getränk gehört, sowohl die Möglichkeit geben, sich der Qualität zu versichern, als auch den anderen Gästen verdeutlichen, dass damit alles in Ordnung ist.

Begrüßung und Verabschiedung

Es gibt drei Ebenen der Begrüßung und Verabschiedung. Gemein haben sie alle, dass sie von den Worten „Alle Ehre dem Licht“ begleitet werden.

1.) Bei der formellsten und äußerst höflich Begrüßung und Verabschiedung werden die Hände vor den Oberkörper gehalten und so geformt, als würden sie eine imaginäre Kugel/Sonne halten und beschützen. Die Arme sind hierbei vor dem Körper, die Ellbogen nach außen, eine Hand bildet die obere Hälfte der Kugel, die andere die untere Hälfte. Mit dieser Geste wird anschließend eine Verbeugung angedeutet. Das Ausmaß der Verbeugung ist abhängig vom sozialen Rang des Gegenübers.

2.) Bei der im Alltag gängigsten Begrüßung, die durchaus höflich, jedoch nicht sehr formell, ist, wird schlicht eine Hand auf die Brust gelegt und ebenfalls eine Verbeugung angedeutet.

3.) Die persönlichste Begrüßung, die zwischen Freunden oder in einer Familie üblich ist, ist mit der rechten Hand den Unterarm des Gegenübers zu umfassen, Frauen legen dabei noch die zweite Hand auf das Handgelenk des Gegenübers. Hier ist der sonst übliche Gruß „Alle Ehre dem Licht“ auch eher selten, sondern wird von persönlichen Worten ersetzt, bei der Verabschiedung ist er jedoch wieder sehr üblich.

In Gesprächen

In Gesprächen sollte man alle Punkte des Kapitels „soziale Stellung“ berücksichtigen. Gespräche zu unterbrechen, oder unnötig zu schreien, gilt als äußert unhöflich. Eine Ausnahme stellen lediglich Notsituationen jeder Art dar.

Händler, die lautstark ihre Waren anpreisen, dabei aber niemanden direkt anbrüllen, fallen ebenso wenig unter diese Regel, wie Befehlshaber, die den Umständen entsprechend Anweisungen erteilen.

Beleidigungen oder scherzhafte Bemerkungen über Sol, Apricus oder dem Licht schaffen es, im Land auch eine gut gelaunte Gesellschaft verstummen zu lassen, vor allem da die meisten zumindest einen fernen Verwandten oder Bekannten haben, der in diesem Krieg sein Leben ließ. Bei Scherzen über Paktieren mit Bestien bzw. Obscuritas,  Erheben von Untoten oder Experimentieren mit diesen kann man auch schnell des Hauses verwiesen werden oder dort länger als gewünscht verweilen.

Tempel und Schreine

Tempel und Schreine sind Orte, an denen den Menschen die Möglichkeit gegeben wird, zur Ruhe zu kommen und für sich zu beten. Der Akt des Betens stellt in Regnum Solis mehr eine Meditationsform dar, um den Geist zu reinigen und zu sich selbst zu finden.

In Tempeln, die meist mit Teppichen ausgelegt sind, werden die Schuhe ausgezogen, dies ist bei Schreinen nicht nötig. Dort hingegen ist es üblich, dass eine Opferschale bereit steht, in der eine Gabe hinterlassen wird. Meist profitiert ein nahegelegenes Haus des Heils o.ä. von den Opfergaben. Diese sind sehr weit gefasst, so kann ein Bauer auch schlicht eine guten Gedanken oder einen Apfel zurücklassen, ein Händler oder Adeliger Geld oder Ähnliches. Klar ist, dass dieses Geld nicht in die Kirche, also den Staat, sondern das soziale Netzwerk des Landes fließt.

Alkohol, Tabak und Drogen

Tabak ist die vermutlich meistverbreitete Droge in Regnum Solis. Die Herstellung diverser Sorten gilt als eigene Kunst und ist ein bedeutendes Handelsfeld. Dies ist vor allem auf die Tradition des Konsums von Wasserpfeifen zurückzuführen.

Alkohol gilt als Genuss- und Luxusgut, es ist weit verbreitet und akzeptiert. Allerdings sollte die Qualität stimmen, selbst ein Tagelöhner würde lieber sparen und sich einen guten Tropfen gönnen, ehe er Wein oder Met von minderer Qualität trinkt. Alkoholismus gilt als recht geringes Problem im Reich, vor allem auch dank des fürsorglichen Netzwerks der Gemeinschaft des Lichts und der Gemeinschaft der Sonne.

Das Ausmaß des Alkoholkonsums hält sich auch deshalb in Grenzen, da ein Verlust der Urteilsfähigkeit als große Gefahr angesehen wird, durch Obscuritas in Versuchung geführt zu werden.

Andere bewusstseinsverändernde Drogen sind verpönt und schwer zu bekommen, der Handel wird meist selbst von der Handelsgilde stark reglementiert. Über alchemistische oder medizinische Wege sind diese Güter durchaus beschaffbar.

Sklaven

Sklaverei ist in Regnum Solis ein notwendiges Übel. Sklaven sind beinahe ausschließlich Menschen, die durch Verbrechen und eigenes Handeln ihr Leben in der Gesellschaft verwirkt haben. Gewaltverbrecher wie Mörder, Räuber, oder Ähnliches werden oft in Minen, Steinbrüchen oder ähnlichen Betätigungsfeldern eingesetzt. Verbrecher, denen man keine Gewalttaten nachsagen kann, arbeiten auch für Händler, Handwerker oder Bauern. Eine wesentlich seltenere Form der Sklaverei ist die Schuldsklaverei. Hierbei handelt es sich um Männer und Frauen, die außer Stande sind, ihre Schulden auch in ferner Zukunft zu begleichen. Personen in Schuldsklaverei haben häufig eine Chance, sich nach einer längeren Zeit zu rehabilitieren und in die Gesellschaft zurückzukehren. Es sollte klar gestellt sein, dass die Verbrechen dieser Menschen nie etwas mit der Dunkelheit oder einem Pakt mit Obscuritas zu tun hatten, ansonsten würden sie ausnahmslos mit dem Tod bestraft werden.

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